Das große Treffen
Am 1. Oktober war es endlich so weit: zu fünft machten wir uns auf
den Weg ins sauerländische Olpe. Denn wir hatten gehört, dass
es dort eine große Zusammenkunft des in Deutschland immer noch
recht seltenen Homo sapiens barbershopicus (umgangssprachlich:
Barbershopper) geben sollte. Dieses Treffen nennt sich Harmony College.
Da wir in unserem neuen Chor "Feelgood Company" Barbershop
singen, wollten wir bei diesem Treffen unbedingt dabei sein, damit auch
wir echte Barbershopper werden.
Die Ankunft in Olpe beim Familienzentrum Rebola verlief reibungslos und
beim Einchecken fiel uns direkt die gute Organisation auf. Obwohl wir
zusammen mit vielen anderen Leuten eintrafen, gab es keine großen
Wartezeiten bei der Vergabe der Zimmerschlüssel. Nachdem wir unsere
Taschen und Koffer auf dem Zimmer verstaut hatten, ging es auch direkt
los.
Wir gingen zur Begrüßung in die Aula und waren erstaunt
über die große Anzahl an Teilnehmern. Nach einer kurzen
Einführung in den Ablauf des Wochenendes startete direkt die erste
Probe des gemischten Chores, die uns tief beeindruckte. Denn alle
Sänger und Sängerinnen waren so hervorragend vorbereitet, dass
wir das Lied direkt beim ersten Versuch durchsingen konnten. Allerdings
war dieses hohe Probenniveau kein Zufall, da die anschließenden
Proben des Frauen- bzw. Männnerchores genauso verliefen. Zu diesem
Zeitpunkt dachten wir eigentlich, dass das Wochenende nicht besser
werden konnte, doch dies sollte sich schnell als Irrtum herausstellen.
Nach den Proben folgte für uns der gemütliche, aber dennoch
beeindruckende Teil des Tages: der Quartett-Wettbewerb. Es war toll, auf
welch hohem Niveau deutsche Barbershop-Quartette singen. Hier merkten
wir das erste Mal, dass es für uns als Neulinge noch viel zu lernen
gibt.
An den folgenden beiden Tagen erwartete uns eine stramme Mischung aus
Chorproben und Unterricht bei verschiedenen Dozenten. Ein großes
Lob gilt den Dozenten und Chorleitern, die es immer wieder schafften,
spannend und teilweise originell die verschiedenen Themen zu vermitteln.
Sie schafften es selbst in den späten Abendstunden noch motiviert
zu sein und uns zu motivieren, obwohl die Themen teilweise sehr
anspruchsvoll waren.
Jeder Tag endete in bekannter Barbershop Manier mit einem Afterglow, an
dem Tags gesungen wurden oder wo man einfach neue Leute kennenlernen
konnte. Es war toll den einzelnen Quartetten und Chören zu
zuhören oder einfach mitzusingen. Außerdem ist es immer
wieder ein Erlebnis die amerikanischen Sänger live und hautnah zu
erleben. Allein wegen der Afterglows lohnt es am Harmony College
teilzunehmen.
Am Sonntag endete das Harmony College mit einem großen Konzert, bei
dem alle noch einmal zeigten, was sie können. Es sangen die
Sieger-Quartette des Quartett-Wettbewerbs, die Workshop-Chöre und
das amerikanische Quartett Vocal Spectrum.
Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass das Harmony College ein tolles
Erlebnis ist. Es ist ein Muss für alle Barbershopper und solche,
die es werden wollen.
Vor dem Harmony College wussten wir alle, was Barbershop ist. Nach dem
Harmony College wissen wir, wie sich Barbershop anfühlt.